Imagine …

Es ist das Jahr 2064, ganz Südamerika ist Teil eines Chinesischen Militärbündnisses OPA, Ost-Pazifik-Pakt. Chinas Militärausgaben sind höher als die Summe aller anderen Länder zusammen. Nur die USA haben noch eine militärische Bedeutung, die China nicht ignorieren kann.

Mexiko beherbergt den letzten eisfreien Hafen der US-Hochsee-Flotte in La Paz, wo 15’000 US-Truppen stationiert sind.

Während der südliche Teil von Mexiko sich eher an die Südamerikanische Union annähern möchte, ist Nordmexiko pro-USA. Die USA fürchten das Chinesisch-Südamerikanische Militärbündnis. China hat Militärbasen rund um die USA herum aufgebaut, in Kanada, auf Kuba, Haiti, und überall in Südamerika.

Nach monatelangen Protesten (China hat 5 Milliarden Dollar in die „Demokratisierung“ investiert) fällt die Mexikanische Regierung. Unter den Putschisten gibt es auch rechtsextreme Elemente. Eine Interims-Regierung übernimmt die Macht und der gewählte Präsident Mexikos flieht in die USA.

Eine rasche Aufnahme Mexikos in das chinesische Militärbündnis OPA ist zu erwarten. Dann würde die USA ihren letzten eisfreien Hafen in La Paz verlieren.

In einer Blitzaktion wird daher in La Paz ein Referendum durchgeführt, La Paz deklariert sich unabhängig und stimmt danach dem Anschluss an die USA zu.

***

Es braucht kein „Gentlemen Agreement“1, das die Expansion einer fiktiven OPA Richtung USA verhindert soll, es braucht keine zwei Kriege gegen die USA durch Südamerika2, es braucht keinen Einmarsch Chinas in Kanada für Öl3, etc., es braucht keinen Besuch des Chinesischen Geheimdienstchefs in Mexiko unter falschen Namen, etc. das obige Szenario reicht schon aus, um eine derartige Selbstverteidigung der USA vehement gutzuheissen.

Die Absicherung einer strategisch unabdingbaren Position – die Krim ist der einzige eisfreien Hafen für die Russische Hochseeflotte – ist nur allzu verständlich. Dass die Art und Weise des Vorgehens nicht 100% legal war, ist eindeutig. Dennoch müssen wir davon ausgehen, dass ein Anschluss an Russland angesichts dessen, dass 60% der Bevölkerung RussInnen sind, von der Bevölkerung der Krim gewollt ist4 und die Vorgehensweise wesentlich besonnener ist als die von J.F. Kennedy während der Kubakrise 1963, die eine deutlich kleinere Bedrohung für die USA darstellte als der Verlust der Krim und eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine für Russland.5

Wenn Sanktionen gegen Russland gefordert werden, muss man sich fragen, welche Sanktionen wir gegen die USA einleiten, deren Brüche von Internationalem Recht und deren Menschenrechtsverletzungen – auch nur in den letzten zehn Jahren – dasjenige Russlands bezüglich der Krim um ein Vielfaches übertreffen.6 Dass es der Schweiz ausserdem nicht gelingt (gewillt ist), Edward Snowden in die Schweiz einladen als Zeugen bezüglich illegaler Aktivitäten der USA innerhalb unserer Landesgrenzen, zeigt deutlich, wie sehr wir zweierlei Massstäbe anwenden. Wir könnten hier von „jus americana“ sprechen, der Beugung, Verdrehung und Nichtanwendung von Schweizer Recht gegenüber der Übermacht USA.

Stehen wir einmal zur Neutralität, so „neutral“ wir wir während des Golfkrieges II waren.

Keine Sanktionen gegen Russland.

1Es ist interessant zu beobachten, wie in diesen Tagen auf verschiedenen Kanälen das Versprechen gegenüber Gorbatschow, dass die NATO nicht weiter ostwärts expandiere, zu relativieren versucht wird. Dass dieses Versprechen substantiell war, muss doch angesichts dessen, dass die NATO eine Reaktion auf den Warschauer Pakt war und mit dessen Auflösung die NATO ihrer Grundlage beraubt wurde, eigentlich eindeutig gegeben sein.

2Russland wurde zweimal durch Europa angegriffen, im letzteren Falle über 20 Mio. Tote.

3Entsprechend dem Irakkrieg 2003

4Auch wenn Putin sagt, das Referendum sei gemäss internationalen Normen vonstatten gegangen, aber solche Normen nicht explizit existieren, so gab es doch ein Referendum, es fiel kein einziger Schuss, die Zeit drängte, es drohte Bürgerkrieg und NATO Erweiterung. (cf. http://german.irib.ir/analysen/kommentare/item/257233-norman-paech-ueber-voelkerrechtsbeschwoerer-und-deren-rechtsbrueche)

5Während die USA schon 1962 in der Türkei Atomraketen stationiert hatte, die Russland bedrohten, und die nukleare Überlegenheit der USA gegenüber Russland auch mit einer atomaren Aufrüstung Kubas bestehen geblieben wäre, riskierte Kennedy das Leben von 600 Mio. Menschen im Showdown mit Russland, als er eine Offerte Chruschtschows ablehnte, gleichzeitig Nuklearraketen aus Kuba und aus der Türkei zu entfernen. Siehe Noam Chomsky | Red Lines in Ukraine and Elsewhere

6Als Beispiele dienen hier der über Jahre andauernde Drohnenkrieg in Afghanistan/Pakistan (2’500+ Tote), die Irak-Invasion (150’000-600’000+ Tote, Einsatz von abgereichertem Uran), und der Afghanistan Krieg

 

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